Werkstattunterricht

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Auswirkungen auf den Lehrer

Katharina und Chefin Vivien sind mit Katharinas Arbeit zufrieden. Im Hintergrund die Werkstatt auf den Fensterbänken.Für den Lehrer liegt die Hauptarbeit in der präzisen Vorbereitung einer Werkstatt, die nicht nur inhaltlich stimmig und ausgewogen, sondern vor allem optimal auf die Bedürfnisse der jeweiligen Klasse abgestimmt sein muss.
Das bedeutet, dass Werkstätten grundsätzlich nicht komplett von Kollegen übernommen, fertig gekauft oder in verschiedenen Klassen gleichzeitig eingesetzt werden können. Natürlich muss nicht jeder Lehrer "das Rad neu erfinden" und sämtliche Angebote selbst herstellen, aber er muss die vorhandenen Materialien zum Thema sehr genau prüfen und an seine Lerngruppe anpassen. Auch die von mir angebotenen Werkstatt-Hefte sind nicht als fertige, bequeme Werkstätten zu betrachten, die nur noch fotokopiert werden müssen. Sie verstehen sich als Materialsammlung bewährter Lernangebote für den Einsatz in einer Werkstatt.

Sobald die Schüler einige Werkstatt-Erfahrung haben und die Werkstatt zum Selbstläufer geworden ist, hat der Lehrer Zeit. Für den Lehrer beginnt dann die Phase des "qualifizierten Nichtstuns" (J. Reichen).

Während die Schüler in der Werkstatt arbeiten, kann der Lehrer...

intensiv mit einzelnen Schülern oder Kleingruppen arbeiten;
sich Zeit für persönliche Gespräche mit Schülern nehmen;
Klassenarbeiten nachsehen;
Schülerarbeiten aufhängen/ausstellen;
Schüler (auf deren Wunsch) beraten;
die Klasse gezielt beobachten;
Vorbereitungen für die nächste Werkstatt erledigen;

... Ganz gleich, wie der Lehrer die Werkstattzeit nutzt - eines darf er auf keinen Fall: Die Schüler beim Lernen stören...!

Zu den wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Werkstattarbeit zählen:
a) das Vertrauen des Lehrers in die Lern- und Leistungsbereitschaft seiner Klasse,
b) die übersichtliche Präsentation der Werkstattangebote,
c) ein sozial-integrativer Führungsstil,
d) die Bereitschaft zu echter Kompetenz- und Aufgabendelegation.

"Echte" Kompetenz- und Aufgabendelegation meint, dass es in der Werkstattarbeit um weit mehr geht, als um den Blumen-, Tafel- oder Fegedienst. Von seltenen Stichproben abgesehen, kontrolliere ich die Werkstattarbeiten der Schüler nicht nach! Welchen Sinn hätte die Chefkontrolle, wenn sie nicht ernst genommen würde, wenn doch der Lehrer per Endkontrolle immer "das letzte Wort" hätte?

"Im Werkstattunterricht muss die Lehrerin ihre Rolle immer wieder neu überdenken. Sie muss stets einen Ausgleich finden zwischen Anregen/Vorschlagen/Helfen einerseits und Gewährenlassen/ Entdeckenlassen/ Selbermachenlassen andererseits."
(Reichen, Jürgen: Sachunterricht und Sachbegegnung, Zürich, 1992, S. 80.)

Inhalt:
- Grundlagen
- Chefprinzip
- Angebote
- Kontrolle
- Auswirkung:
  - Lehrer
  - Schüler
  - Eltern